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Claude anwendenD Claude-Ökosystem & Features

MCP und Connectors: Claude mit der Außenwelt verbinden

Das Model Context Protocol (MCP) ist der offene Standard, der Claude erlaubt, mit externen Diensten und Werkzeugen zu sprechen, von Google Drive über GitHub bis zur eigenen Datenbank. Nach dieser Lektion verstehst du, was MCP ist, was Connectors in Claude.ai sind und wie du sie aktivierst, damit Claude unmittelbaren Zugriff auf deine echten Daten bekommt.

MCP und Connectors: Claude mit der Außenwelt verbinden

Lektion 8: MCP und Connectors, Claude mit der Außenwelt verbinden

Das Grundproblem: Claude kennt nur, was du hineinbringst

Claude ist ein Sprachmodell, es weiß sehr viel, aber von Haus aus nur das, was in seinem Training steckt und was du im Chat mitschickst. Willst du ein Dokument aus deinem Google Drive analysieren lassen, musst du es zuerst hochladen. Willst du, dass Claude auf deine E-Mails antwortet, musst du den Text manuell einfügen. Willst du Code aus einem GitHub-Repository einbeziehen, musst du ihn kopieren.

Das ist umständlich, und bei langen oder dynamisch wachsenden Daten schlicht unpraktikabel.

MCP löst dieses Problem grundlegend.


Was ist das Model Context Protocol (MCP)?

MCP (ausgesprochen wie die drei Buchstaben: M-C-P) steht für Model Context Protocol, ein offener Standard, den Anthropic im November 2024 veröffentlicht hat. Er legt fest, wie KI-Systeme wie Claude mit externen Werkzeugen, Datenquellen und Diensten kommunizieren. Statt für jeden Dienst eine eigene Anbindung zu bauen, beschreibt MCP eine einheitliche Sprache: Ein MCP-Server stellt Werkzeuge und Daten bereit, ein MCP-Client (Claude in deiner Arbeitsumgebung) ruft sie ab.

Ein einfaches Bild: MCP ist wie ein USB-Standard für KI. Früher hatte jeder Computer andere Stecker, heute schließt du alles über denselben Port an. MCP macht dasselbe für KI-Werkzeuge: Jeder Dienst, der den Standard implementiert, funktioniert direkt mit Claude, ohne individuelle Sonderlösungen.

Inzwischen haben sich Hunderte von Unternehmen und Entwicklern angeschlossen, Google, GitHub, Atlassian, Slack und viele mehr bieten MCP-Server an. Claude hat über 75 offizielle Connectors (vorkonfigurierte MCP-Verbindungen zu verbreiteten Diensten, die du in Claude aktivieren kannst, ohne selbst Code zu schreiben).


Was ist ein MCP-Server?

Ein MCP-Server ist ein Programm, das Claude über das MCP-Protokoll Zugang zu einem bestimmten Dienst oder einer Ressource gibt. Es sitzt zwischen Claude und dem externen System und beantwortet Anfragen wie:

  • „Welche Dateien liegen in diesem Google-Drive-Ordner?“
  • „Erstelle ein Issue im GitHub-Repository.“
  • „Was steht in dieser E-Mail?“
  • „Führe diese Datenbankabfrage aus und gib die Ergebnisse zurück.“

Der Server übersetzt Claudes Anfragen in die jeweilige API (Application Programming Interface, eine definierte Schnittstelle, über die Programme miteinander kommunizieren) des Dienstes und liefert die Ergebnisse zurück. Aus Claudes Sicht sprechen alle MCP-Server dieselbe Sprache.

Es gibt drei Typen, die dir in der Praxis begegnen:

  1. Connectors in Claude.ai, vorkonfigurierte, direkt einschaltbare Verbindungen zu populären Diensten, ganz ohne technisches Setup.
  2. Remote MCP-Server, laufen in der Cloud des Anbieters; du verbindest dich über eine URL. Kein eigener Server nötig.
  3. Lokal laufende MCP-Server, laufen auf deinem Computer und eignen sich für interne Systeme, eigene Datenbanken oder Claude Code-Workflows.

Connectors in Claude.ai: Dienste mit einem Klick einschalten

Für den Alltag ist der einfachste Einstieg die Connectors-Funktion in Claude.ai. Hier sind die bekanntesten Dienste bereits vorkonfiguriert, du verknüpfst nur dein Konto.

Verfügbare Connectors (Auswahl):

  • Google Drive, Claude liest und analysiert Dateien direkt aus deinem Drive
  • Gmail, Claude sieht E-Mails, fasst sie zusammen und hilft beim Verfassen von Antworten
  • Google Kalender, Claude prüft Termine und gibt Übersichten
  • GitHub, Claude liest Code, Issues und Pull Requests aus deinen Repositories

Connector aktivieren, so geht es:

  1. Öffne Claude.ai im Browser oder der Desktop-App
  2. Navigiere zu Einstellungen → Connectors (oder suche in der linken Sidebar nach „Integrationen“)
  3. Wähle einen Dienst, z. B. Google Drive, und klicke auf „Verbinden“
  4. Bestätige die Berechtigungen im OAuth-Fenster (OAuth, ein weit verbreitetes Verfahren, mit dem du einem Dienst begrenzten Zugriff auf ein anderes Konto gewährst, ohne dein Passwort weiterzugeben)
  5. Der Connector ist aktiv, Claude kann jetzt auf diesen Dienst zugreifen

Was passiert dann im Chat?

Sobald Google Drive verbunden ist, kannst du direkt schreiben:

Schau dir meine Drive-Datei "Projektplan Q3.pdf" an und fasse die drei wichtigsten
nächsten Schritte zusammen.

Claude greift direkt auf die Datei zu, liest sie und antwortet, ohne Upload, ohne Copy-Paste. Das funktioniert auch über Ordner hinweg oder mit mehreren Dateien gleichzeitig.


MCP in Claude Code: Für technische Workflows

Wer Claude Code nutzt, kann beliebige MCP-Server einbinden, auch selbst konfigurierte oder solche für interne Systeme. MCP-Server werden über die Datei .claude/mcp.json im Projektverzeichnis registriert. JSON (JavaScript Object Notation, ein maschinenlesbares Textformat für strukturierte Daten) ist das Standardformat für solche Konfigurationsdateien.

Ein Beispiel für die Einbindung eines GitHub-MCP-Servers:

{
  "mcpServers": {
    "github": {
      "command": "npx",
      "args": ["-y", "@modelcontextprotocol/server-github"],
      "env": {
        "GITHUB_PERSONAL_ACCESS_TOKEN": "dein_token_hier"
      }
    }
  }
}

Nach diesem Eintrag startet Claude Code beim nächsten Start automatisch den MCP-Server und listet auf, welche Tools (Werkzeuge, die ein MCP-Server bereitstellt, z. B. search_issues, create_file, list_repos) er bereitstellt. Du nutzt sie dann im Chat in natürlicher Sprache:

Zeige mir alle offenen Issues in meinem Repository "mein-projekt" mit dem Label "bug".

Claude ruft das passende Tool auf und gibt die Ergebnisse direkt zurück, kein manuelles API-Aufrufen, kein Skript schreiben.


Neu bei Claude

  • MCP jetzt unter Linux-Foundation-Governance, Anthropic hat das Model Context Protocol im Dezember 2025 der Agentic AI Foundation (AAIF) übergeben, einem Direktfonds unter der Linux Foundation, mitgegründet von Anthropic, Block und OpenAI. Was das für dich bedeutet: MCP ist kein proprietäres Format mehr, sondern ein offener Industriestandard mit langfristiger Stabilität. Mehr Dienste werden ihn unterstützen, und deine Investition in MCP-basierte Workflows zahlt sich dauerhafter aus. Quelle

Glossar

  • MCP (Model Context Protocol), offener Standard, der festlegt, wie KI-Systeme mit externen Werkzeugen und Datendiensten kommunizieren; vergleichbar mit einem USB-Standard für KI-Integrationen
  • MCP-Server, ein Programm, das Claude über MCP Zugriff auf einen bestimmten Dienst oder eine Ressource gibt (z. B. Google Drive, GitHub, eigene Datenbanken)
  • Connector, in Claude.ai vorkonfigurierte, ohne Code aktivierbare MCP-Verbindung zu einem Drittanbieter-Dienst
  • Tool (im MCP-Kontext), eine konkrete Funktion, die ein MCP-Server bereitstellt und die Claude aufrufen kann (z. B. list_files, create_issue, send_message)
  • Agent, ein KI-System, das selbstständig Schritte ausführt, Werkzeuge aufruft und Entscheidungen trifft, um ein vorgegebenes Ziel zu erreichen; MCP ist die technische Grundlage für agentisches Handeln in Claude